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„Wir blicken mit großer Sorge auf die nächsten Tage, denn die ohnehin schon trockenen Wälder werden durch die ausbleibenden Niederschläge weiter belastet. Derzeit ist kein Regen in Sicht, wodurch sich die Gefahr von Waldbränden weiter verschärft“, sagt Philip von Oldershausen, Präsident des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen.

Nach der Waldbrandstatistik der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, war auch im letzten Jahr der Mensch die Hauptursache für Waldbrände. Ein Großteil der Brände entstand durch Fahrlässigkeit oder Vorsatz. Wie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen mitteilt, zeigt die aktuelle Situation, dass die präventiven Maßnahmen der Waldbesitzenden zur Etablierung von mehr Laubholz im Rahmen des Waldumbaus sowie der Einrichtung von Löschwasserentnahmestellen, der Unterhaltung von Rettungswegen oder sogar von Waldbrandriegeln enorm wichtig sind.

„Mindestens jeder zweite Brand in der Vergangenheit erfolgte aufgrund von Fahrlässigkeit oder Vorsatz“, erklärt Petra Sorgenfrei, Geschäftsführerin des Waldbesitzerverbandes, gegenüber dem Landvolk-Pressedienst. Die beiden größten Waldgebiete Niedersachsens, der Harz und der Solling, haben bislang noch einmal Glück im Unglück gehabt. Mitte Juni sorgte ein Waldbrand im Solling für einen Großeinsatz der Feuerwehren aus den Landkreisen Northeim und Holzminden. Knapp eine Woche später wurden bei einem Waldbrand im Oberharz fünf Hektar Wald vernichtet. Die Brandursachen stehen noch nicht fest.FW 1Foto: Pressestelle der Feuerwehr Samtgemeinde Hanstedt

Wünsche und Hoffnungen des niedersächsischen Privatwaldes

Unsere nachhaltige Waldbewirtschaftung erbringt unverzichtbare ökonomische, ökologische und soziale Leistungen. Wälder sind Lebensgrundlage für den Menschen und seine Mitgeschöpfe, für viele Arten. Die multifunktionale nachhaltige Forstwirtschaft erhält und vermehrt die Wälder und trägt dazu bei, dass alle Waldfunktionen, die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion gesichert werden.

Die Krisenjahre 2018 bis 2020 haben bei den Waldbesitzenden zu so großen Verlusten geführt, dass die vollständige Wiederaufforstung, zur Sicherung des Klimas, nicht mehr aus eigener Kraft gestemmt werden kann. Zusätzlich sind Beitragsbelastungen (Pflichtbeiträge) ebenso wie stetig steigende - die nachhaltige Waldbewirtschaftung einschränkende Schutzreglementierungen - nicht mehr verkraftbar.

Am 25. April wird traditionell der Tag des Baumes gefeiert – dieses Jahr zum 70. Mal. Der Tag wird von zahlreichen Baumpflanzaktionen begleitet. Ein Blick in die Wälder verrät: Wiederbewaldungen sind nötiger als jemals zuvor.

Unsere Wälder sichern die Lebensgrundlage für uns Menschen. Sie sorgen für saubere Luft, qualitativ hochwertiges Grundwasser und sind durch die Kohlenstoffbindung vor allem in Holzprodukten unser stärkster Verbündeter bei der Bewältigung der Klimakrise. Jedoch leidet der Wald unter dem sich erwärmenden Klima. Stürme, Hitze, Dürre und Insektenbefall sorgen in den Wäldern für große Schäden. „Allein in Niedersachsen haben wir über 60.000 ha Schadflächen, die wiederaufgeforstet werden müssen“, sagt Philip von Oldershausen, Präsident des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen (WBV).

Über 150 Personen folgten am 06. April der Einladung der Waldeigentümer im Absenkungsgebiet Fuhrberger Feld e.V. und des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen e.V. (WBV NDS) auf den Spargelhof Heuer in Fuhrberg, um Impulsvorträgen und einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Wassermanagement der Zukunft – Unsere Bäume verdursten“ zu folgen.

Der Einladung sind neben Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies auch der Staatssekretär Prof. Dr. Ludwig Theuvsen aus dem Landwirtschaftsministerium und die Vorstandsvorsitzende der enercity AG, Dr. Susanna Zapreva, gefolgt. An der Diskussion nahmen zudem Henning Schulze, Vorstandsmitglied des WBV NDS, und Hermann Wöhler, Vorsitzender der Waldeigentümer im Absenkungsgebiet Fuhrberger Feld e.V., teil. Volker Schulte, Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Celler Land, führte als Moderator durch den Nachmittag.

In Deutschland müssen wir uns über die Qualität unseres Trinkwassers keine Gedanken machen und das liegt vor allem an einem: Dem Wald. Wald und Wasser gehören untrennbar zusammen. Von daher ist es passend, dass der Weltwassertag (22.03.) direkt auf den Internationalen Tag des Waldes (21.03.) folgt.

Ein Großteil der Wassergewinnungsgebiete in Deutschland liegt im Wald. Das hat einen einfachen Grund: Die Wasserqualität ist im Wald besonders gut. „Mit der Filterung und Speicherung des Wassers ist der Wald für die Bereitstellung des Trinkwassers besonders wertvoll“, macht Philip von Oldershausen, Präsident des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen, aufmerksam. Durch die hohe biologische Aktivität und die vielen Mikroorganismen filtert der Waldboden das Wasser. Zudem wirkt er wie ein Schwamm und sorgt auch in regenfreien Phasen für eine kontinuierliche Versorgung mit Wasser. Durch die Speicherung verringert der Waldboden bei extremen Niederschlägen zudem die Gefahr von Überschwemmungen.