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Sie würdigten die Arbeit und den Einsatz von Norbert Leben: (v. l. n .r.) Hans-Georg von der Marwitz, Stephan Weil, Norbert Leben, Georg Schirmbeck, Philipp zu Guttenberg | Foto: Rainer Soppa

Am 30. September war es so weit. Im feierlichen Ambiente der 1698 erbauten Galerie in den Herrenhäuser Gärten in Hannover fand die diesjährige Mitgliederversammlung des Waldbesitzerverbands Niedersachsen e.V. statt. Haupttagespunkt war die Neuwahl des Vorstands. Nach 22 Jahren im Amt übergab Norbert Leben sein Amt an seinen Nachfolger Philip Frhr. von Oldershausen.

Im öffentlichen Teil der Sitzung stellte sich von Oldershausen kurz vor. Er wolle nicht die Kopie seines Vorgängers sein, sondern strebe einige Veränderungen im Verband an. Dazu gehöre beispielsweise die Entlastung der Geschäftsführerin Petra Sorgenfrei von administrativen Arbeiten. Sie soll mehr Zeit bekommen, in drängenden forstpolitischen Fragen aktiv zu werden. Seine neue Position verglich von Oldershausen mit einem Klassensprecher für Große. Zugleich dankte er den Mitgliedern des Waldbesitzerverbands für das ihm entgegengebrachte Vertrauen.

Bereits im Juni hatte Norbert Leben seinen Rücktritt im Vorstand kommuniziert und nach einem Nachfolger Ausschau gehalten, der in Philip von Oldershausen gefunden wurde. Der Vorstand hat Norbert Leben als Ehrenvorsitzenden vorgeschlagen. Dies wurde von der Mitgliederversammlung einstimmig bestätigt.

Überwältigende Leistungen

Norbert Leben ist bereits seit 1985 in forstlichen Zusammenschlüssen tätig. Alle seine Ämter und Positionen können hier gar nicht aufgezählt werden (https://de.wikipedia.org/wiki/Norbert_Leben). 1998 wurde er Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der hannoverschen Forstverbände e. V. und 1999 Vorsitzender des Hannoverschen Landesforstverbands. Auch an der Fusion der Waldbesitzerverbände Hannover und Weser-Ems im Jahr 2008 war Leben beteiligt. Zur Bündelung der ehemals drei Interessenvertretungen der privaten Waldbesitzer in Niedersachsen hat Norbert Leben maßgeblich beigetragen. Bereits seit 1999 ist er auch Vizepräsident der AGDW – die Waldeigentümer, dem Bundesverband der Waldbesitzerverbände.

Würdigungen

Was sonst oft langatmige Lobeshymnen sind, wurde in diesem Fall zu einem eindrücklichen und sehr emotionalen Ereignis, wobei dem ein oder anderen schon mal die Tränen in den Augen standen.

Als bekanntester Festredner trat der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil auf. Er verbindet mit Norbert Leben seit seinem Amtsantritt vor 8,5 Jahren eine sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit. Leben hätte den Waldbesitzern eine Stimme und ein Gesicht gegeben. Weil kann auf gute Jahre zurückblicken und hatte in der Zeit immer den Eindruck, nicht nur einen Gesprächspartner zu haben, der hochkompetent ist, sondern einen, der sich immer den Blick fürs große Ganze bewahrt hat. Für seine Verdienste erhielt Norbert Leben vom Ministerpräsidenten das Niedersachsenross. Alle anderen wichtigen Orden wie das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland habe er ja schon erhalten, so Weil.

Sehr persönlich wurde auch Philipp zu Guttenberg, der 2010 das Amt des Präsidenten der AGDW übernahm. Seinen damals schon sehr erfahrenen Vizepräsident bezeichnete zu Guttenberg liebevoll als seinen „Erbnorbert“ von dem er trotz anfänglicher beiderseitiger Skepsis sehr viel lernen konnte und viel Unterstützung erfahren habe. Dazu zählt auch das Durchsetzungsvermögen und die Vorgehensweise zur Erreichung zum Teil hochgesteckter Ziele für die Belange der Waldbesitzer. Noch heute sucht zu Guttenberg fachlichen und väterlichen Rat bei Norbert Leben.

Ganz ähnlich äußerte sich auch der Nachfolger von zu Guttenberg, Hans von der Marwitz, der seit 2019 Präsident der AGDW ist und ebenfalls wichtige Unterstützung von seinem Vizepräsidenten erfahren konnte. Auch er sei froh, einen Menschen wie Norbert Leben an seiner Seite zu haben. Vielleicht wäre er sonst mal gestrauchelt. Der Erbnorbert hat auch Hans an die Hand genommen. Leben habe ihm gezeigt, das Eigentum auch Verantwortung bedeutet. Sichtlich von Tränen gerührt dankte Norbert Leben in allererster Linie seiner Frau Elke, ohne die er nicht die Vielzahl der Aufgaben erledigen hätte können. Von den Anwesenden wurde Leben minutenlang mit Standing Ovations bedacht.

Rainer Soppa