Waldbesitzer fordern Gerechtigkeit im Thema Wald & Wasser

Goslarer Erklärung an Umweltminister Wenzel überreicht

Hannover,  08. Oktober 2013: Heute erhielt der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel die von  zahlreichen Vertretern niedersächsischer Forstbetriebe unterzeichnete „Goslarer Erklärung“. Mit diesem Dokument fordern die Waldbesitzer Niedersachsens, über alle Eigentumsarten hinweg, eine angemessene Bewertung und Vergütung der Wasserdienstleistungen, die in den Wäldern Niedersachsens  bislang der Gesellschaft kostenlos zur Verfügung stehen. Vor dem Hintergrund sich verändernder klimatischer Bedingungen wird die Bedeutung des Waldes für die öffentliche Wasserversorgung deutlich zunehmen.

Hierzu sollte man wissen, dass die Wasserversorgungsunternehmen durch den Verkauf des Trinkwassers aus dem Wald deutliche Gewinne erzielen, da für dieses praktisch keine kostenintensive Reinigung erforderlich ist. Den Waldbesitzern wird ihre Wasserdienstleistung, die sie durch die Bereitstellung qualitativ hochwertigen Trinkwassers erbringen, bis heute in keiner Weise vergütet, obwohl die Forstbetriebe in Wasserschutzgebieten zahlreiche Beschränkungen und Auflagen zu Gunsten des Gewässerschutzes hinnehmen müssen. Noch dazu ist zu beobachten, dass bei Trinkwassergewinnung und Klimaveränderung zunehmend auch trocken fallende Kleingewässer oder sinkende Grundwasserstände zu finden sind. Insbesondere auf sommertrocknen Standorten befürchten die Waldbesitzer durch den Wasserentzug auch Schäden an Waldbäumen. „Die Beteiligung der Waldbesitzer an der Wertschöpfungskette Trinkwasser ist längst fällig“, so Norbert Leben, der Präsident des Waldbesitzerverbandes Niedersachsens bei der Überreichung der Erklärung.

Weiterhin machte der Präsident deutlich, dass es zu einer gerechten Bemessung und Erhebung von Wasserverbandsbeiträgen  im  Wald kommen muss. Im Nachbarland Schleswig-Holstein hat die Einführung eines Vorteilsmaßstabes für Waldflächen mit dem Ziel einer Lastenverteilung längs stattgefunden.

Auch die Auswirkungen des Klimawandels auf die niedersächsischen Wälder waren Teil des Gesprächs. Der Naturschutz im Wald sowie die Umsetzung der Natura 2000 Richtlinie wurden genauso angesprochen wie die Erschwernisausgleichsverordnung, die sich nach Angaben des Umweltministers noch in einer Prüfschleife befindet. Norbert Leben machte deutlich, dass die betroffenen Waldbesitzer zeitnah verlässliche Aussagen zu einer praxisgerechten Umsetzung benötigen.

Foto: Präsident Norbert Leben (links) überreicht Umweltminister Wenzel die Goslarer Erklärung

Anhang Goslarer Erklärung

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