Wald & Naturschutz

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Einerseits sollen die Wälder an zu erwartende Klimaänderungen angepasst werden, den Nachschub des Rohstoffes Holz für die Forst- und Holzwirtschaft sichern und die Erträge steigern, andererseits soll der Wald als Naherholungsraum dienen und zur Erhaltung der Arten- und Pflanzenvielfalt beitragen. Die Latte der Ansprüche an die Bewirtschafter der Wälder ist sehr hoch aufgehängt. Es wird jedoch schnell klar, dass der Wald die an ihn gerichteten Anforderungen nur erfüllen kann, wenn er auch in Zukunft nachhaltig bewirtschaftet wird. Seit Generationen bewirtschaften die privaten Waldbesitzer ihre Familienwälder nachhaltig – sie halten die Balance zwischen der Ökonomie, der Ökologie und den sozialen Werten. Dieses traditionelle und verantwortungsvolle Management führte dazu, dass der Standard der biologischen Vielfalt in den privaten Wäldern besonders hoch ist. Weiterhin investieren die Waldbesitzer jedes Jahr freiwillig und manchmal weniger freiwillig in den Schutz der Flora und Fauna. Ebenso tragen die oftmals kleinstrukturierten Familienwälder zu einer ganz besonderen Vielfalt mosaikartiger Lebensräume bei.

FFH im Wald

Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie hat zum Ziel, wildlebende Arten, deren Lebensräume und die europaweite Vernetzung dieser Lebensräume zu sichern und zu schützen. Die Vernetzung dient der Bewahrung, (Wieder-) herstellung und Entwicklung ökologischer Wechselbeziehungen sowie der Förderung natürlicher Ausbreitungs- und Wiederbesiedlungsprozesse. So konnte ein ursprünglicher Hainsimsem-Buchewald, aber auch das Vorkommen der der Bechsteinfledermaus für die Ausweisung auschlaggebend sein. Die Ausweisung der FFH Gebiete erfolge jedoch schon vor 20 Jahren und leider, ohne die Einbindung der Waldbesitzer, sehr undemokratisch.

In Deutschland liegen ca. 18 % der Gesamtwaldfläche (ca. 1,9 Mio. ha) in FFH-Gebieten, rund 800.000 ha davon sind zum Schutz von FFH-Lebensraumtypen ausgewiesen. Der FFH-Schutzstatus schließt eine forstliche Nutzung nicht grundsätzlich aus, allerdings unterliegen die FFH-Gebiete einer konkreten Naturschutz-Zielsetzung.

Welche naturalen, wirtschaftlichen und rechtlichen Auswirkungen sich aus der FFH-Schutzgebietsausweisung und der derzeit laufenden Erstellung von FFH-Managementplänen für betroffene Waldbesitzer ergeben, wird rege diskutiert.

Die Managementplanung – obwohl nur für Behörden verbindlich – hat konkrete Folgen für jeden Waldbesitzer, rechtlich, ökonomisch und für die Betriebsabläufe. Jeder betroffene Waldbesitzer ist daher gut beraten, sich mit dem Thema intensiv auseinander zu setzen.

Weitere Informationen finden Sie hier!

Natura 2000

Das Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000, welches FFH-Richtlinie und die Vogelschutzrichtlinie mit einander verbindet, ist ein umfassendes rechtliches Instrumentarium zum Lebensraum- und Artenschutz in der EU. Dank der verantwortungsvollen Waldbewirtschaftung, sind mehr als die Hälfte der Natura 2000 Flächen in privaten Wäldern zu finden. Wir setzen uns kontinuierlich dafür ein, dass diese Leistung auch Anerkennung erhält und die Interessen der Waldbesitzer, welche die Experten ihrer Flächen sind, im Natura 2000 Prozess richtig platziert werden. Die EU Politik hat dazu die Aufgabe, den Prozess transparent und in Kommunikation mit den Akteuren zu gestalten. Außerdem muss vor dem Hintergrund des Klimawandels der vorwiegend statische Ansatz des Natura 2000 Netzwerks überdacht werden, da jetzt schon ersichtlich ist, dass bestimmte Baum- und Pflanzenarten die Temperatur- und Niederschlagsschwankungen unterschiedlich verkraften.

Am 18. Januar 2013 hat die niedersäschische Landesregierung eine Verordnung über den Erschwernisausgleich in Natura 2000 Gebieten ausgegeben. Das Land übernimmt einen finanziellen Ausgleich, wenn die rechtmäßige und nach den Grundsätzen der ordnungsgemäßen Forstwirtschaft ausgeübte Nutzung aufgrund der in einer NSG-Verordnung geregelten Gebote und Verbote wesentlich erschwert ist.

Garantiert nachhaltig!

Die Waldeigentümer unterstützen das PEFC-Siegel (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes Deutschland). Das freiwillige Instrumentarium der Forstzertifizierung garantiert eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder nach strengen Kriterien. Diese Kriterien umfassen eine verantwortungsvolle Forstwirtschaft im ökonomischen, ökologischen wie auch sozialen Sinn. PEFC-zertifizierte Produkte garantieren dem Verbraucher, dass ein Holzprodukt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt. Die Zertifizierung nach dem PEFC-Standard unterliegt einem transparenten Prozess, an dem sich alle am Wald interessierten Gruppen beteiligen können.

Aber auch Wälder ohne diese Gütesiegel werden in Deutschland seit fast 300 Jahren nachhaltig bewirtschaftet. Zahlreiche Umweltgesetze garantieren heute einen hohen Standard, z.B. das Bundeswaldgesetz, die Landeswaldgesetze und das Bundesnaturschutzgesetz.