Strategie Wälder für Niedersachsen

Ende Juni waren die Mitglieder des Waldbeirates zur Unterzeichnung der Neuauflage des Strategiepapiers „Wälder für Niedersachsen“ ins Landwirtschaftsministerium. Nach zwei Jahren intensiver Überarbeitung der Strategie aus 2010 – hier hatten zwei Umwelt- und Naturschutzverbände nicht mitunterzeichnet – konnte man sich nun zu einer neuen Version durchringen. Das zwei große Verbände, die Landesjägerschaft und der Zentralverband der Eigenjagden und Jagdgenossenschaften nicht mitunterzeichnet haben, scheint für das Landwirtschaftsministerium ohne Bedeutung.

Rahmen und Inhalt der neuen und alten Strategie entsprechen sich zum Großteil. Auf 2010 noch nichtexistierende Bundesstrategien wie die Strategie zur Biologischen Vielfalt und die Waldstrategie 2020 wird in der neuen Version selbstverständlich Bezug genommen.

Die Strategie ist, wie jede Strategie, ein Kompromiss zwischen einer Vielzahl von verschiedenen Meinungen. Dieser Kompromiss wurde in einigen Fällen ausgereizt und in anderen Bereichen konnte die eigene Meinung durchgesetzt werden. Mitnichten stellt das Strategiepapier, wie in der Jagdpresse zu lesen, „einseitig die ökonomischen Interessen der Waldbesitzer“ dar. Der Waldbesitzerverband ist an seine Grenzen gegangen, zeigt aber, dass er konstruktiv mit den anderen Verbänden und der Politik zusammenarbeiten kann. Weiterhin wird WBV sich für die Freiheit der Bewirtschaftung, das Recht auf Selbstverwaltung und die Stärkung des Waldeigentums einsetzen.

Wie so oft, wird auch diese Strategie kein Allheilmittel sein. Es gibt verschiedene Ansichten zwischen den verschiedenen Verbänden und die wird es immer geben. Hieran könnte auch eine feierliche Unterzeichnung, bei der es mehr als Wasser zu trinken geben würde, nichts ändern.