Heidewälder bieten heute mehr Schutz vor Feuer

Es war der größte Waldbrand in der Geschichte der Bundesrepublik: Im August 1975 standen weite Flächen Heidewald in Flammen. Waldbesitzer, Feuerwehren und viele Menschen aus der Südheide erinnern sich an die Katastrophe vor 40 Jahren. Sie alle aber sind sich zudem einig, dass ein Waldbrand derartigen Ausmaßes heute nicht mehr möglich wäre. „Wir alle haben viel gelernt“, sagt Norbert Leben als Vorsitzender des Waldbesitzerverbandes Norddeutschland gegenüber dem Landvolk-Pressedienst. „Wir Waldbauern haben unsere Wälder umgebaut, die Feuerwehren sind besser ausgestattet und ein modernes Überwachungssystem ermöglicht eine deutlich bessere Früherkennung von Brandherden“, fasst Leben die aus der Katastrophe gezogenen Konsequenzen zusammen.

Den ersten Alarm gab es vor 40 Jahren im Landkreis Gifhorn, am 10. August heulten die Sirenen in Eschede im Landkreis Celle, einen Tag später löste das niedersächsische Innenministerium Katastrophenalarm aus. Die extreme Trockenheit und große Hitze des Sommers 1975 hatte die Wälder ausgedörrt, aus dem Sturm von 1972 boten trockene Kronen und Zweige den Flammen zusätzliche Nahrung. Eine Woche lang benötigten die 35.000 Helfer, um der Flammen Herr zu werden. Im Privatwald wurden 6.000 ha vernichtet, die gesamte Schadensfläche umfasste 8.000 ha, die Hälfte davon entfiel auf den Landkreis Celle.

Die Waldbesitzer haben bei der Wiederbegründung der Forsten die Baumartenauswahl weiter gefasst. „Wir haben uns von den reinen Nadelwäldern verabschiedet“, sagt Norbert Leben. Dank einer besseren Kenntnis der bodenkundlichen Voraussetzungen und fachlicher Beratung wachsen auch auf den kargen Heideböden heute deutlich mehr Laubbäume, auch die Kraut- und Floraschicht unter den Bäumen sei heute eine andere und biete Flammen weniger ideale Voraussetzungen, schildert Leben. Brandschutzschneisen und Löschwasserteiche wurden für den Fall der Fälle eingerichtet. Dafür sind aber auch die Feuerwehren heute deutlich besser ausgestattet als noch vor 40 Jahren. Damit es aber gar nicht erst so weit kommt, wurde insbesondere die Waldbrandüberwachung stetig verbessert. Inzwischen haben Flugüberwachung und Überwachungstürme ausgedient und einem automatischen, kameragesteuerten Früherkennungssystem Platz gemacht. Gleichwohl sind sich alle Beteiligten einig: Die absolute Sicherheit gibt es nicht und appellieren an die Umsicht und Vorsorge aller Waldnutzer, zum Schutz vor Waldbränden. (LPD 61/2015; 10. August 2015)