Flächenstilllegungen im Wald sind kontraproduktiv

AGDW- Die Waldeigentümer erstaunt über Aussagen der Bundeskanzlerin Berlin, 23. Mai 2013 – Bundeskanzlerin Merkel brachte in einer Videoansprache den Wunsch zum Ausdruck, 5% der deutschen Wälder zu „Wildnis“ werden zu lassen.

„Dieser Wunsch wirft uns in der internationalen Umweltpolitik allerdings wieder Jahre zurück!“ erklärte Philipp zu Guttenberg, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer. Nicht erst seit Rio ist es das Bestreben, einen gesamtheitlichen Ansatz für den Umgang mit unserer Natur zu finden, der einen ausgewogenen Kompromiss zwischen den berechtigten Ansprüchen einer stetig wachsenden Gesellschaft und unserer Natur darstellt. Daher wurde dieser Ansatz auch von der Bundesregierung und Bundeskanzlerin Merkel in Ihrer Nachhaltigkeits- und Waldstrategie 2020 wieder bestätigt.

Zu Guttenberg: „Leider sind wir davon durch wachsende Nutzungskonflikte und die Interessen verschiedener Akteure noch weit entfernt. Auch die verschiedenen und teilweise widersprüchlichen Strategien auf Bundesebene zeugen davon.“ Dagegen habe die deutsche Forstwirtschaft seit Generationen als einzige Branche weltweit bewiesen, dass man unsere Natur nachhaltig bewirtschaften könne, ohne dabei unsere Ressourcen zu verbrauchen. Eine Trennung von Wirtschaft und Biodiversität sei ein seit vielen Jahrzehnten überholtes Konzept und auch wissenschaftlich nicht haltbar. Viele Studien belegen, dass die pauschale Stilllegung von 5% der Waldfläche sogar ökologisch äußerst fragwürdig sei und die gesellschaftlichen Kosten, wie z.B. der Verlust von tausenden Arbeitsplätzen und vermehrten Holz- Importen, auch aus den Tropen, dieser „Wünsch-Dir-Was“-Denke entgegenstünden. „Es ist das erklärte Ziel der Waldeigentümer, Naturschutz effizient und zielführend voranzubringen und somit auch weiter mit dem bewährten ganzheitlichen Ansatz der nachhaltigen Forstwirtschaft den deutschen Wald zu pflegen!“ so zu Guttenberg. Ein Nebeneinander von sich widersprechenden Strategien sei dabei wenig hilfreich, ebenso wenig wie die Weigerung, politische, wirtschaftliche und auch naturschutzpolitische Forderungen vorab mit einer Kostenfolgeabschätzung zu bewerten. Die deutsche Forstwirtschaft bietet nach wie vor an, ihre Expertise für einen ganzheitlichen Ansatz der Naturbewirtschaftung einzubringen und eine Brücke über die bisherigen, wenig hilfreichen Ansätze zu schlagen.

Ein rein politisch gewollter, pauschaler Verzicht auf die nachhaltige, naturnahe Nutzung hier in Deutschland würde in großem Stil zu einer Produktionsverlagerung in andere Gebiete der Erde führen, die nachweisbar nicht nachhaltig bewirtschaftet werden. (AGDW)

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