Windwurf: was tun?

Als wichtige Voraussetzung für die Anerkennung der Einkünfte aus außerordentlichen Holznutzungen ist zu beachten, dass die Schäden infolge höherer Gewalt unverzüglich nach Feststellung des Schadensfalls der zuständigen Finanzbehörde (in Niedersachsen: Finanzamt) mitgeteilt und nach Aufarbeitung mengenmäßig nachgewiesen werden (§ 34b Abs. 4 Nr. 2 EStG).

Schäden infolge höherer Gewalt werden nur anerkannt, wenn sie nach Feststellung des Schadensfalls ohne schuldhaftes Zögern und vor Beginn der Aufarbeitung der zuständigen Finanzbehörde (in Niedersachsen: Finanzamt) nach amtlichen Vordruck (Link s. u.) für jeden Betrieb gesondert mitgeteilt werden. Die Mitteilung darf nicht deshalb verzögert werden, weil der Schaden dem Umfang und der Höhe nach noch nicht feststeht (R 34b.6 Abs. 6 Einkommensteuer-Richtlinien (EStR)). 

Das Freischneiden von Straßen und Wegen stellt in diesem Zusammenhang keine Aufarbeitung des Holzes im Sinne der o. a. Vorschrift dar.

Die Vordrucke über die Mitteilung ("Voranmeldung"/ESt 34b-Mitteilung) und den Nachweis ("Abschlussmeldung"/ESt 34b-Nachweis) von Holznutzungen infolge höherer Gewalt (Kalamitätsnutzungen) gemäß § 34b EStG stehen im Internet zum Abruf bereit. Die niedersächsische Versionen der Vordrucke können im Formularservice des Landesamtes für Steuern Niedersachsen (LStN) abgerufen werden: 

https://www.lstn.niedersachsen.de/steuer/steuervordrucke/einkommensteuer/allgemein/einkommensteuer-67707.html 

Die Vorlagen sind am Bildschirm ausfüllbar. Die niedersächsische Versionen der Vordrucke unterscheiden sich nur in dem von der Finanzverwaltung auszufüllendem Teil von dem ansonsten bundeseinheitlichen Vordrucken, die im Formular-Management-System der Bundesfinanzverwaltung abrufbar sind. Zur Optimierung der Verwaltungsabläufe bitte ich, die niedersächsischen Versionen zu verwenden. 

Vorlage I        Vorlage II 

Für Forstbetriebe mit einem erheblichen Anfall von Kalamitätsholz sind insbesondere die Teilziffer 3.2.4 und 3.2.5 von Bedeutung (s. Erlass Finanzministerium Niedersachsen). Hierbei ist zu beachten, dass der Schaden jeweils das Doppelte des maßgeblichen Nutzungssatzes übersteigen muss.

Maßgeblich ist der im Zeitpunkt des Schadensereignisses gültige Nutzungssatz. Dieser ist von der Finanzbehörde festgesetzt (§ 68 Einkommensteuer-Durchführungsverordnung). 

Sollte in Einzelfällen ein gültiges amtlich anerkanntes Betriebsgutachten oder ein Betriebswerk hier noch nicht vorgelegt worden sein, kann dies nachgeholt werden (R 34b.6 Abs. 1 Einkommensteuer-Richtlinien (EStR)). Falls kein amtlich anerkanntes Betriebsgutachten oder Betriebswerk vorliegt, kann dies auf den Anfang des Wirtschaftsjahres des Schadensereignisses aufgestellt werden (R 34b.6 Abs. 2 EStR).
  
Bei Forstbetrieben mit bis zu 50 ha forstwirtschaftlich genutzter Fläche kann aus Vereinfachungsgründen ein pauschaler Nutzungssatz von 5 Erntefestmetern ohne Rinde je Hektar zu Grunde gelegt werden (R 34b.6 Abs. 3 EStR). Die Aufstellung und Vorlage eines amtlich anerkannten Betriebsgutachtens oder eines Betriebswerkes ist in diesen Fällen entbehrlich.

Die von den Steuerpflichten auszufüllenden Vordrucke über die Mitteilung ("Voranmeldung"/ESt 34b-Mitteilung) und den Nachweis ("Abschlussmeldung"/ESt 34b-Nachweis) beinhalten die notwendigen Informationen wie Schadensmenge "Sturmtief Friederike" sowie Nutzungssatz.