Waldbrandgefahr: Waldbesitzer in Niedersachsen appellieren an den gesunden Menschenverstand

Trockenheit und anhaltende Hitze setzen Wäldern und Waldeigentümern in Niedersachsen schwer zu. In weiten Teilen Niedersachsens gelten in diesen Tagen bereits die Warnstufen 3 bis 5 gemäß Wahlbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (1 = sehr geringe Gefahr bis 5 = sehr hohe Gefahr). Der Waldbesitzerverband Niedersachsen e.V. appelliert an die Waldbesucher, sich verantwortungsbewusst und wachsam zu verhalten. 

„Die Waldeigentümer haben mittlerweile gravierend mit den Auswirkungen des Klimawandels zu kämpfen“, sagte Norbert Leben, Präsident des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen. „Im Winter haben uns Stürme wie Friederike zugesetzt, im Sommer folgen Waldbrände und Schädlinge, die Waldeigentümer in ihrer Existenz bedrohen.“ 

Gerade in den letzten Tagen hat die Waldbrandgefahr weiter erheblich zugenommen, da die anhaltende Trockenheit mittlerweile auch tief in die Böden reicht. Nur ein kleiner Funken reicht, um einen verheerenden Waldbrand in Gang zu setzen. 

Seit Bestehen des Überwachungssystems im Jahr 2011 gab es noch nie so viele Brandmeldungen durch das automatisierte Früherkennungssystem, meldet das niedersächsische Landwirtschaftsministerium. Ab Waldbrandwarnstufe 3 ist die Lüneburger Zentrale mit speziell geschulten Forstwirten besetzt. Sie überwachen eine Fläche von 10.000 Quadratkilometern, davon etwa 400.000 Hektar Wald im ost-niedersächsischen Tiefland. Die Waldfläche Niedersachsens umfasst jedoch rund 1,1 Millionen Hektar. Über die Hälfte, nämlich 56 %, ist in Privatbesitz. Hier wirtschaften schon seit vielen Generationen rund 60.000 bäuerliche Familien, Kommunen und private Körperschaften verantwortungsvoll und mit viel Engagement. Und nicht überall stehen die Wälder unter ständiger Überwachung. 

Die Ereignisse in Schweden und Griechenland verdeutlichen, dass durch Brände erhebliche Gefahren für Eigentum und Leben entstehen können. Oft werden Waldbrände durch unvorsichtiges Verhalten der Waldbesucher ausgelöst. 

Generell gilt im Wald und in der freien Natur erhöhte Vorsicht und Aufmerksamkeit walten zu lassen. In Niedersachsen sind in Wald, Moor und Heide das Anzünden von Feuer und das Rauchen gesetzlich verboten. Waldbrandgefahr geht aber auch von liegengelassenen Flaschen und Glasscherben sowie von achtlos entlang der Straßen aus dem Fenster geworfenen Zigaretten aus. Zudem sollten Waldbesucher die Zufahrtswege in die Wälder nicht mit Fahrzeugen blockieren und beim Abstellen der Fahrzeuge nur ausgewiesene Parkplätze nutzen. Insbesondere sollten Fahrzeuge nicht über trockenem Bodenbewuchs abgestellt werden.

Um die Gefahr eines Feuers in Wald, Moor oder Heide zu minimieren, wird die Bevölkerung aufgerufen, folgende Regeln unbedingt einzuhalten:

  • Kein offenes Feuer (wie Lagerfeuer oder Grillen) in Wald, Moor und Heide oder in gefährlicher Nähe!
  • Nicht Rauchen und keine Zigarettenreste wegwerfen! Dies gilt auch für die Autofahrt durch oder entlang der Wälder, Moore oder Heiden!
  • Keine Glasabfälle liegen lassen. Sie könnten bei Sonnenbestrahlung als Brennglas wirken!
  • Nicht mit dem Fahrzeug über entzündlichem Untergrund parken! Der Katalysator eines Kraftfahrzeugs erhitzt sich stark und kann einen Brand auslösen! Benutzen Sie nur ausgewiesene Parkflächen!

Zudem gilt: Wird ein Waldbrand bemerkt, sollte umgehend die Feuerwehr über die 112 gerufen werden oder die Polizei über die 110.

(26/072018) 

Foto: AGDW