Privatwaldbesitzer bringen weihnachtlichen Glanz in die Staatskanzlei

Hannover, 30. November 2018: Auch dieses Jahr übergab der Waldbesitzerverband Niedersachen kurz vor dem 1. Advent wieder einen Weihnachtsbaum an Ministerpräsident Stephan Weil. „Mit dem Weihnachtsbaum wollen wir uns, wie in den vergangenen Jahren auch, bei unserem Ministerpräsidenten und seinen Mitarbeitern bedanken und waldweihnachtliche Stimmung in die Staatskanzlei bringen“, so Waldbesitzerpräsident Norbert Leben. Darüber hinaus übergab Leben eine Uhr der besonderen Art, auf der Zuwachs- und Wuchsleistung der Niedersächsischen Wälder ablesbar sind. Auf der Waldfläche Niedersachsens, immerhin rund 1,2 Mio. Hektar, wachsen jedes Jahr 12,3 Mio. m³ Holz, also 10 m³ auf einem Hektar Wald zu.„Unsere Wälder sind unsere Wirtschafts- und Lebensgrundlage“, so Leben weiter, „gerade im Klimawandel, unter dessen Auswirkungen wir dieses Jahr extrem gelitten haben, leisten Wälder einen großen Beitrag zum Klimaschutz.“ Die Holzvorräte in unseren Wäldern vergrößern sich stetig, in den Holzprodukten bleibt das CO2gebunden und entlastet die Atmosphäre so gemeinsam mit den niedersächsischen Wäldern. Allein unser niedersächsischer Wald entzieht der Atmosphäre  gut 11 Mio. Tonnen CO2 jährlich. Durch die stoffliche und energetische Substitution werden zudem Emissionen vermieden. 

Anlässlich der heutigen Weihnachtsbaumübergabe an den  Ministerpräsidenten Weil macht Waldbesitzerpräsident Leben deutlich: „Unsere Wälder haben durch Stürme, Dürre und den Käferbefall extremst gelitten.“ Durch die Jahrhundertkatastrophe in diesem Jahr und dem zu erwartenden Käferfraß im nächsten Jahr sind nicht nur die Wälder in Gefahr, bereits heute sind die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion deutlichst eingeschränkt. Hier benötigt der Privatwald finanzielle Hilfen, um die Probleme bewältigen zu können. Im Gegensatz zur Landwirtschaft hat die Forstwirtschaft Produktionszeiträume von 100 Jahren und mehr. Ein Baum, der jetzt im Alter von 60 Jahren im Sturm geworfen wurde oder durch Käferbefall abgestorben ist, wird nicht von heute auf morgen zu ersetzen sein, sondern braucht die Arbeit mehrerer Förster- und Waldbesitzergenerationen.  Neben den Auswirkungen des Klimawandels ging Leben auf weitere belastende Probleme der Privatwaldbesitzer ein: Im Rahmen der FFH-Thematik sind noch viele Fragen offen, das Land sollte mehr auf privatrechtlichen Vertragsnaturschutz setzen und auf den Eigentümer, der die Wälder seit Generationen pflegt und in einen schützenswerten Zustand gebracht hat, eingehen. Ebenso schreitet der Netzausbau, insbesondere der SuedLink weiter voran. Hier brauchen die Waldbesitzer wiederkehrende Zahlungen für die Inanspruchnahme ihrer Flächen, anstatt mit einer geringen einmaligen Entschädigung abgegolten zu werden.

Der Weihnachtsbaum der nun die Staatskanzlei schmückt, ist eine knapp 5 Meter hohe Nordmanntanne vom Hof Oelkers aus dem Landkreis Harburg.

 

Foto: Waldbesitzerpräsident Norbert Leben mit Ehefrau Elke, Ministerpräsident Stephan Weil, Stephan Holtmeyer, Sägewerk und Holzhandlung GmbH, Petra Sorgenfrei, GF Waldbesitzerverband Niedersachsen