Neu: Waldkonvention in Europa!

Auf der sechsten Europäischen Forstministerkonferenz (FOREST EUROPE Ministerial Conference) im Juni 2011 in Oslo beschlossen die Mitgliedsländer, über ein rechtsverbindliches Waldinstrument für Europa zu verhandeln, denn ein solches existiert derzeit nicht. Für die Verhandlungen wurde ein Zwischenstaatliches Verhandlungskomitee (INC - Intergovernmental Negotiating Committee) eingerichtet. Das INC wird seine Arbeit bis zum 30. Juni 2013 beenden und seine Ergebnisse auf der außerordentlichen FOREST EUROPE Ministerkonferenz im November 2013 in Madrid vorstellen. Im Rahmen dieser Konferenz ist die Beratung sowie eine mögliche Verabschiedung und Öffnung für die Unterzeichnung des rechtlich bindenden Abkommens (LBA) über die Wälder in Europa vorgesehen. Derzeit sind 46 Europäische Staaten und über 30 nicht-staatliche Organisationen (wie auch der CEPF – Europäischer Waldbesitzerverband), an dem Verhandlungsprozess beteiligt. Laut Jan Heino, dem Vorsitzenden des INC, ist die Waldkonvention „ein historischer Schritt, aber nicht ohne Historie“. Schon im Jahr 2007 entwickelten einige Visionäre aus der Forstbranche diese Idee einer Waldkonvention. Sechs Jahre später könnte sie Wirklichkeit werden.

Dieses Abkommen soll die nachhaltige und multifunktionale Waldbewirtschaftung in ganz Europa stärken. Das angestrebte rechtlich-verbindliche Abkommen soll gemeinsame Ziele und einen verbindlichen Rahmen für die Waldbewirtschaftung sowie für einen verbesserten Ausgleich der Interessen in der Waldpolitik festlegen. Gleichzeitig setzt es ein positives Signal gegenüber der übrigen internationalen Staatengemeinschaft und regt die Diskussion um ein globales, rechtlich verbindliches Waldinstrument erneut an. Welches in der Vergangenheit auf UN-Ebene nicht erzielt werden konnte.

Für die zukünftigen Arbeitsschritte hat das BMELV der Europäischen Forstministerkonferenz und dem INC ein Büro in Bonn für die Leitung des Abkommens (LBA) angeboten. www.forestnegotiations.org

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