Es war ein sächsischer Forst- und Oberbergbauhauptmann, der den Nachhaltigkeitsbegriff erstmals formulierte. Hans Carl von Carlowitz kritisierte 1713 mit Blick auf die steigende Holzknappheit in seinem Werk „Sylvicultura Oeconomica“ das allein auf kurzfristigen Gewinn ausgerichtete Wirtschaften. Er wusste, wer nur so viel erntet, wie auch nachwächst, kann den Wald auch für die künftige Generation erhalten. Das Prinzip der Nachhaltigkeit, das schon seit vielen Jahrhunderten in den Familienwäldern oberste Priorität hat, wurde geboren. Politisch basiert die Nachhaltigkeit auf drei Säulen: der ökonomischen Nachhaltigkeit, der ökologischen Nachhaltigkeit und der sozialen Nachhaltigkeit.

Die Akteure im Thema Wald haben im Jahr 2011 Niedersachsen eine gemeinsame Vision für die Wälder Niedersachsens formuliert und diese in einem gemeinsames Positionspapier dargestellt.

Broschüre: Wälder für Niedersachsen - Wälder für Menschen – Lebensgrundlagen schützen,mehren und nutzen

Hightechprodukt Holz

Der nachwachsende Rohstoff Holz liegt derzeit im Trend. Er ist ein Hightech-Rohstoff der Zukunft und kann energetisch klimaneutral genutzt werden. Die Ökobilanz der Holznutzung ist dann besonders hoch, wenn heimische Hölzer aus nachhaltig bewirtschaften Wäldern verwendet werden. Die Waldbesitzer in Niedersachsen versorgen nicht nur die örtliche Holzsäge- und Werkstoffindustrie, auch die Exportware als Roh- oder Schnittholz spielt eine bedeutende wirtschaftliche Rolle. Rund 40 Prozent der gesamten niedersächsischen Holzernte aus dem Privatwald, das sind gut 1,8 Millionen Festmeter Holz, werden über die forstlichen Zusammenschlüsse auf den Holzmarkt geleitet.

Die Einnahmen aus dem Holzverkauf sind für die Waldbesitzer meistens die einzige Einnahmequelle. Alle zusätzlichen Leistungen, die die Waldbesitzer für die Gesellschaft erbringen, wenn es um die Schutz- und Erholungsfunktionen des Waldes geht, erbringen sie ohne Vergütung. Es gilt also das Motto "ohne nutzen, kein schützen".

Aktuelle Holzpreise können elektronisch bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen gesichtet werden.

Der Landesmarketingfonds Holz fördert in Niedersachsen über Projektförderungen die stoffliche Verwertung von Holz.

Positive Bilanz – Holz als Energieträger

Das Holz DER Energieträger ist, wussten schon die Menschen vor unserer Zeit. Es gibt keinen anderen Energieträger, mit einer positiveren Bilanz als Holz. Holz für energetische Nutzung ist ein Nebenprodukt von regulären, nachhaltigen Waldbewirtschaftungsmaßnahmen. Doch Holz als Energiequelle eröffnet den Waldbesitzern neue Marktperspektiven, welche wiederum der Wertschöpfungskraft in ländlichen Räumen zugutekommen. Politisch gilt es, für den Einklang der multifunktionalen, nachhaltigen Forstwirtschaft zu werben.

Seit Februar 2012 hat die niedersächsische Landesregierung auf ein Energiekonzept für Energiepolitik von morgen geeinigt. Einige Positionen des Waldbesitzerverbandes konnten über das Expertenteam mit eingebracht werden.

Energiekonzept des Landes Niedersachsen

Wald & Wasser

Der Wald hat als freie und weitgehend unbelastete Sickerfläche für Regenwasser eine zentrale Bedeutung bei der Neubildung von Grundwasser – unserem Lebensmittel Nr. 1. Und der Bedarf an Trinkwasser wächst.  80% des Trinkwassers wird durch die Filterwirkung des Waldes gereinigt. Der Wald nimmt damit eine zentrale Bedeutung ein. Die Einbindung in die Wasserpolitik, insbesondere in die Gestaltung der Umsetzung der EU Wasser-Rahmenrichtlinie in das Landesgesetz, als auch das Wasserhaushaltsgesetz und das Wassergesetz in Niedersachsen sind für die Waldbesitzer von großer Bedeutung.

Im November 2010 haben die Waldbesitzerverbände in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt hierzu eine Tagung "Wälder ohne Wasser? Wasser ohne Wälder?" ausgerichtet. Auf der Tagungsseite sind die Ergebnisee einzulesen. In einer gemeinsamen Position wurden die folgenden Forderungen an die Politik aufgestellt:

1. Internalisierung von Umwelt- und Ressourcenkosten bei Wassernutzungen. Konsequente Umsetzung des „Poluters-Pays-Principle“ (Verursacher-Verschmutzerprinzip) bei der Kostenzurechnung gemäß EU Wasserrahmenrichtlinie.

2. Eine vollständige Zweckbindung des Wasserentnahmegeldes für das jeweilige Wasserentnahmegebiet.

3. Neudefinition der Wasserdienstleistungen und Erschwernisausgleichszahlungen sowie die Honorierung durch die Wasserentnahmegebühr.

4. Einführung und Umsetzung eines gesetzlichen Vorteilsmaßstabes für Waldflächen.

5. Herstellung von Transparenz bei Festlegung der Abgaben an Wasser- und Bodenverbände und Herbeiführung eines angemessenen Mitbestimmungsrechts der Grundeigentümer.

6. Überprüfung der Zuschüsse und Kostenstruktur der Wasser- und Bodenverbände nach Effizienz- und Effektivitätskriterien durch den Landesrechnungshof.

Nachhaltige Jagd

Der Wald und die in ihm lebenden Tiere gehören untrennbar zusammen. Der Wildbestand muss dabei aber im Einklang mit den Belangen der Land- und Forstwirtschaft und damit mit den gesellschaftlichen Ansprüchen stehen. In Niedersachsen besteht auf dem überwiegenden Teil der Landesfläche dieser Einklang. Damit im Land Niedersachsen entsprechend dem gesetzlichen Auftrag Wald und Wild miteinander harmonieren, haben die involvierten Akteure am 02.02.2012 ein gemeinsames Positionspapier unterzeichnet, bei dem insbesondere auf eine Notwendigkeit der verbesserten Kommunikation zwischen allen Beteiligten hingewiesen wird.