Ministerpräsident Weil macht sich ein Bild über von Sturm, Dürre und Borkenkäfer betroffene Wälder

Stürme, Dürre und die Ausbreitung des Borkenkäfers haben den niedersächsischen Wäldern stark zugesetzt.

Ministerpräsident Stephan Weil informiert sich über den Waldzustand vor Ort im Solling.

Der Waldbesitzerverband Niedersachsen hatte den Ministerpräsidenten Stephan Weil am 17.04. zu einer Bereisung in den Solling eingeladen, um vor Ort die geschädigten Wälder und die damit verbundene Not der Waldbesitzer aufzuzeigen. Die Lage des niedersächsischen Waldes ist dramatisch. Stürme, Dürre und die Borkenkäferkalamität des letztenund die sich abzeichnende Käferproblematik diesen  Jahres stellen die niedersächsischen Waldeigentümer weiterhin vor große, kaum zu bewältigende Herausforderungen. 

Norbert Leben, Präsident Waldbesitzerverband Niedersachsen, betonte wie dringend eine unbürokratische, schnelle Nothilfe zur Rettung der niedersächsischen Wälder sei. Es gibt große Liquiditätsprobleme bei den Forstbetrieben und den Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen! Der Holzmarkt liegt bereits seit dem letzten Jahr am Boden. Die Holzerlöse decken oft nicht bzw. nicht mehr die Aufarbeitungskosten! Hunderttausende Festmeter Schadholz werden nicht aufgearbeitet liegen bleiben! Es ist zu befürchten, dass viele Schadflächen sich selbst überlassen bleiben und nicht wieder aufgeforstet werden. Gerade aufgrund des von der Gesellschaft forcierten Klimawandels  ist der Schutz und Erhalt des Waldes gesamtgesellschaftliche Daseinsvorsorge. 

Ministerpräsident Stephan Weil zeigte sich betroffen von den Schadbildern im Privat- und Landeswald, honorierte die viele Arbeit die hier von den Förstern der Niedersächsischen Landesforsten und der Landwirtschaftskammer sowie den Privatwaldbesitzern geleistet wird und dankte für das große Engagement. Dass die Leistungsfähigkeit der Forstwirtschaft erhalten bleibt, ist ihm ein großes Anliegen.

Der Waldbesitzerverband Niedersachen fordert von den politischen Entscheidungsträgern sofortige Hilfen und Unterstützung für die Bewirtschafter der Privatwälder. Eine sofortige unbürokratische Nothilfe in Höhe von 4,5 Mio. € für die Aufarbeitung von Schadholz und die Behandlung der Holzpolter mit Pflanzenschutzmitteln ist zum Schutz und Erhalt der Wälder dringend erforderlich. Die Wälder sind teilweise so geschädigt, dass die Waldfunktionen stark beeinträchtigt sind.

Wir wissen, dass die körperliche und seelische Belastung in so einem Katastrophenfall immens ist, in diesem Zusammenhang dankt Norbert Leben allen Förstern und betroffenen Waldbesitzern für ihren Einsatz. Dem Ministerpräsidenten Stephan Weil dankt Leben für sein großes Interesse und erste auf den Weg gebrachte finanzielle Unterstützung, die bei dem großen Ausmaß allerdings noch nicht ausreicht, so Leben. Der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und den Niedersächsischen Landesforsten wird an dieser Stelle ausdrücklich für die Organisation der Bereisung gedankt. 

Fotos: WBV Niedersachsen. Sorgenfrei

 

NOTHILFE FÜR DEN WALD

Niedersachsens Wälder brauchen dringend Waldschutz

Die Lage des niedersächsischen Waldes ist dramatisch. Stürme, Dürre und Borkenkäferkalamität des letzten Jahres, sowie die zu erwartende Käferproblematik dieses Jahres bedroht vielerorts die niedersächsischen Wälder in ihrer Existenz. Vor diesem Hintergrund muss der Waldschutz absolute Priorität haben. Daher ist dringend zu gewährleisten: 

Eine weitere Nothilfe für die Aufarbeitung des Schadholzes und dem Schutz der Holzpolter

Waldbesitzer kämpfen in Niedersachsen darum, den Wald in seinem Bestand zu sichern.  Die Aufarbeitung des Schadholzes und die Behandlung der Holzpolter mit Pflanzenschutzmitteln zum Schutz und Erhalt der Wälder ist daher mit einer Soforthilfe zu finanzieren. 

Waldschutzmaßnahmen ohne Eigenanteil des Waldbesitzes finanzieren

Es gibt große Liquiditätsprobleme bei den Forstbetrieben und den Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen! Hunderttausende von Festmeter Schadholz werden nicht aufgearbeitet liegen bleiben! Gerade aufgrund des von der Gesellschaft forcierten Klimawandels ist der Schutz und Erhalt des Waldes eine  gesamtgesellschaftliche Daseinsvorsorge.

Sicherung der Finanzmittel bis 2023 durch das Land Niedersachsen 

Für die Waldschutzrichtlinie benötigen wir die gesicherte landesseitige Gegenfinanzierung für die Jahre 2020 bis 2023 für die vom Bund zur Verfügung gestellten Finanzmittel. Diese sind zunächst ausgestattet mit 25 Mio. Euro für 5 Jahre.  Davon erhält Niedersachsen 721.000.- €. Um über die Gelder zu verfügen, bedarf es der Gegenfinanzierung des Landes. Diese Zusage brauchen wir für die Planungssicherheit der nächsten Jahre.

Kostenübernahme der Wiederaufforstung und Ausbesserung der Kulturen 

Den Waldbesitzern fehlen die Mittel für eine planmäßige Wiederaufforstung! Viele Schadflächen werden sich selbst überlassen bleiben! Die Wiederaufforstung muss daher zu 100 % gefördert werden, um Klimaschutz und andere Waldfunktionen gewährleisten zu können. Eine Einschränkung der Baumartenwahl darf es dabei nicht geben, denn die Waldeigentümer tragen die Verantwortung und das wirtschaftliche Risiko. 

Gefahrenabwehr durch Landkreise

Die Landkreise müssen in die Lage versetzt werden – unabhängig vom Haushalt des jeweiligen Landkreises– Maßnahmen in Form einer Gefahrenabwehr durchführen zu  können, damit die Waldflächen angrenzender Waldbesitzer vor Schädlingen geschützt werden können.