Friederike hinterlässt große Schäden in Niedersachsen

Das Landvolk Niedersachsen warnt: Bei Aufarbeitung des Sturmholzes dürfen Waldbesitzer nicht allein gelassen werden

L P D - In Niedersachsens Wäldern sind die verheerenden Folgen des Orkantiefs Friederike noch längst nicht aufgearbeitet. Zwei Mio. Festmeter Holz wurden am 18. Januar geworfen, damit entfiel von bundesweit 8,5 Mio. Festmeter Schadholz jeder Vierte auf Niedersachsen.  „Die weitaus größten Schäden müssen unsere privaten und kommunalen Waldbesitzer mit rund 1,2 Mio. Festmeter verkraften“, zieht Norbert Leben gegenüber dem Landvolk-Pressedienst Bilanz. Der Präsident des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen sieht die betroffenen Betriebe vor der enormen Herausforderung, das Sturmholz nun schnellstmöglich aufzuarbeiten und zu vermarkten. Das durch den Sturm geworfene Holz drückt aber gleichzeitig in den Markt und setzt die Preise erheblich unter Druck, zudem erfordert die Aufarbeitung einen höheren Aufwand. Daher sieht der Waldbesitzerverband eine Aufarbeitungshilfe des Landes als dringend geboten an und verweist auf die Länder Thüringen und Hessen, wo solche Hilfen bereits bewilligt wurden.

Die Waldbesitzer haben die Beseitigung der Sturmschäden in Angriff genommen, die Arbeiten werden sich aber noch bis Ende des Jahres hinziehen. Erschwert wurden die Forstarbeiten bislang durch die stark aufgeweichten Waldwege. Deren Beschaffenheit wird jetzt durch die Forstmaschinen stark in Mitleidenschaft gezogen. „Die Wege wurden für den Holztransport angelegt, sie haben auch bei Katastrophen- und Hilfseinsätzen eine große Bedeutung. Nicht zuletzt bieten sie Erholungssuchenden die Möglichkeit zum Naturgenuss im Wald“, verweist Leben auf die große Bedeutung des Wegenetzes über den Forstsektor hinaus. Er regt daher die volle Kostenübernahme für die in Folge der Sturmschäden notwendige Wegesanierung an. Wanderer und andere Waldbesucher bittet er zugleich weiter um besondere Vorsicht in Wäldern, wo die Sturmschäden noch nicht beseitigt wurden. Geworfene Bäume können unter Druck stehen und plötzlich hochschnellen. Auch das bereits zu Poltern aufgeschichtete Holz sollte aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden. Und schließlich befinden sich aktuell aufgrund der zahlreichen Niederschläge und der erhöhten Inanspruchnahme der Wege durch Forstmaschinen die Wanderstrecken nicht unbedingt in einem ansprechenden Zustand. Für diese Beeinträchtigungen der Wege bitten die Waldbesitzer alle Erholungssuchenden um Nachsicht und etwas Geduld. (LPD 26/2018)